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  • Jana Casotti JC

Finding Neverland


Foto: Sabine Zgraggen (Dieses Foto entstand, an einem Tag am Zürisee als ich mir selbst das JA- WORT gab. Danke Sabine für eine Vision, die heute in Erfüllung geht)


Sich in seiner Kindlichkeit zu verlieren, wieder zu lachen bis die Tränen kommen. Sich verbinden mit Menschen, die nur Scheiss im Kopf haben, denen es egal ist, wie laut man ist, wie viele Tränen vor Berührung aufgrund eines sensitiven Themas im Raum sind. Die Wut raus lassen, weil ihnen was nicht passt oder einfach nur wunderbar ehrlich sind, weil Ihnen der Raum gegeben wird.

Das ist was das Herz begehrt.

Wie gern war ich letztes Jahr mit 9 genialen, grossartig, liebenden Menschen auf der Bühne und durfte mit Ihnen Menschlichkeit zelebrieren. Wir durften unseren Gefühlen freien Lauf lassen. Unserer Kreativität waren keine Grenzen gesetzt. Wir waren auf dem Spielplatz Bühne und lebten unser kindliches Ich einfach aus. Keine Begrenzungen, keine Beschränkungen, wohin das Auge reichte. Wir tankten Energie für die ganze Woche, war es doch wie Meditation und Explosion in Einem. Ein LebendigSein mit enormen Potential an Lebensfreude und Impulsivität.


Habe ich je so in meiner Kindheit gefühlt?


Wenn ich mich heute so an meine Kindheit erinnere, war ich eher gefangen in:“ Das macht man nicht! Das geht nicht! Sei leise! Bitte störe mich jetzt nicht! Was redest du nur für ein dummes Zeug! Du und deine Fantasie! Werd du erst mal erwachsen!“

Ja und ich wurde erwachsen und freute mich sogar darauf, durfte ich doch endlich Auto fahren und dachte mir im Geheimen: „Ha! Und dann mach ich was ich will!“

So dachten wahrscheinlich alle. Und alle bemerkten sehr schnell, ERWACHSEN sein ist noch viel bekloppter. Noch mehr Regeln, noch mehr Beschränkungen, noch mehr MINDFUCK!

Es war so ein Grat von Genie und Wahnsinn – eigene Regeln, aber dennoch Sklave der Gesellschaft sein!

Was im Übrigen mir erst auffiel, nachdem ich mein erstes Kind bekam und das erste Mal, mein Leben selbst gestalten durfte. Jesses! War das schwierig! Ich durfte tatsächlich meine eigenen Regeln machen, meinen eigenen Plan realisieren und gleichzeitig so ein kleines Bündel begleiten.

Was für eine Ohnmacht, was für eine Hilflosigkeit!

Ich hatte gelernt zu folgen und geführt zu werden und jetzt auf einmal sollte ich ganz allein meinen Weg gehen und auch noch verantwortlich für Jemand anderes sein, etwas was noch viel hilfloser und kleiner war als ich. Was für eine Ironie! Ich war am Arsch!

Hatte ich doch einerseits das Gefühl in mir, wie ich als Mama wäre und andererseits meine inneren Strukturen wie man erzieht und begleitet als Stempel auf meiner DNA.

Da erkannte ich auch das erste Mal die Unfreiheit, was es heisst für andere Verantwortung übernehmen müssen und sich verpflichtet fühlen. Was für eine grandiose Scheisse, wenn man heute sieht, dass es im Allgemeinen um Eigenverantwortung und Selbstfürsorge geht. Als Rabenmutter habe ich mich gefühlt, weil ich meine Kinder nicht bespielte und bespasste, sondern ihnen den Raum gab sich mit sich selbst oder anderen Kindern auf Augenhöhe zu beschäftigen. Verdammt hab ich mich kacke gefühlt.

Bis ich irgendwann ja mal aufgrund von tiefster Depression und Labilität begann mein Energiesystem aufzuräumen, meiner inneren Stimme zu folgen und diese mir ganz klar einen völlig neuen Weg von Erwachsenen und Kindern zeigte. Eine Partnerschaft auf Augenhöhe mit allen selbstbestimmenden aber auch selbstrespektierenden Möglichkeiten dieser Welt.

Das war meine Rettung.

Ab dem Zeitpunkt konnte ich mit meinen Kids einen ganz „normalen“ Umgang pflegen. Einen der mir erlaubte auch mal Kraftausdrücke zu benutzen, mir Fehler einzugestehen, um Entschuldigung bitten, wütend sein, weil ich was daneben fand oder eben mit ihnen Dummheiten machen oder mit ihnen über die Beklopptheit vom System reden. Ich fühle mich wie eine von ihnen und fühle mich pudelwohl dabei.

Genau so ist es heute auch mit den Menschen in meinem Umfeld: ich bin einfach wie ich bin. Mein inneres Kind lebt und liebt und lacht. Es gibt kein langes in der Scheisse sitzen, sondern nur ein Momentanes. Auch Wut hat seine Zeit und geht schnell vorbei, weil ich sie einfach auslebe. Wenn ich heule, heule ich. Egal wann, egal wie, egal wo. Meine Wörter begrenzen sich nicht nur auf schöne und liebevolle Worte, sondern auch auf ach so böse Wörter. Und ja meine Kids dürfen das auch. Weil es nämlich überhaupt nicht schlimm ist.

Schaut euch mal die deutschen Filme an: so natürlich in Ton, Sprache und Geschichte. Is einfach so.

Und ich liebe das. Und du vielleicht auch. Vor allem wenn du dich als das erkennst.


Werdet wie die Kinder


Yes Sir! Dein Wort ist mir Befehl! Was für eine Schizophrenie meiner Worte!

Genau das passiert, wenn man nur mit dem Arsch denkt! (O-Ton mein geliebter Papa, ich war 12 Jahre alt)

Geben wir uns ungezügelt den Worten unserer inneren Kinder hin. Denken wir nicht erst bevor wir sprechen und noch was: in der Wut was falsches Gesagtes, gibt es nicht! Da ja Gott keinen Fehler macht. Alles dient dem Bewusstsein, sich selbst zu erkennen. Auch in Wörtern wie Arschloch, dumme Kuh und Vollidiot. Ganz ruhig, Brauner! Einfach mal atmen!

In diesem Sinne, eure JC.

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Jana Casotti

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Tel: 079 440 03 45

​jana.casotti@bluewin.ch

 

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