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  • Jana Casotti JC

Eines meiner Lieblingsämtli

Ich bin ja ganz klar als Mutter geboren worden. Von Anfang an, hatte ich NULL Mühe, dieses kleine Wesen zu verstehen, war auch begeistert von der ach so sanften Geburt und dem leichten Gestille. Nächtelang schlief ich durch und freute mich beim ersten Laut meines kleinen, winzigen Lieblings einen neuen Tag voller Freude zu beginnen.

Mein Leben war eingehüllt von einer rosaroten Wolke a la Marketingstrategie für Babybrei und ich konnte mein Glück kaum fassen, bis ich durch einen schrillen Ton aus meinen Träumen gerissen wurde und erkannte: Ich habe nur geträumt. Jetzt beginnt the Real Life. Hatte ich doch gerade erst die Augen geschlossen, um mindestens 20 Stunden Schlaf in der Woche zu haben.

Ja so war das vor 10 Jahren und heute gibt es neue Herausforderungen, denen ich mich zu stellen habe.


Hausaufgaben machen!

Shit! Ich habe das selber als Kind schon nicht gern gemacht, aber jetzt bin ich auch noch dazu verdonnert, es mit meinem Grossen zu machen. Oh Leute! Die, die bereits die Erfahrung gemacht haben, wissen wahrscheinlich wovon ich gleich rede,….alle Anderen viel Spass bei all dem was für euch jetzt grad eine Herausforderung ist.

Ich dachte immer, mit dem Muttergen wäre mir eine extradosis Nervenstrang injiziert worden, aber da lag ich wohl ganz daneben. Eigentlich ist es genau andersherum. Bei keinem anderen Wesen würde mir so schnell die Hutschnur platzen wie bei meinem geliebten Kind. Ich meine ich habe 30 Jahre leichten Wissensvorsprung und kann deshalb auch kaum verstehen, warum mein Grosser, so keinen blassen Schimmer von dem hat, was da im Unterricht (nur ein Fach – alles andere läuft) gefordert wird. Irgendwie tut er mir auch leid. Aber verdammt nochmal, ich beisse permanent in kuschelige Kissen, um nicht kurz vorm explodieren zu sein und somit an der Decke zu kleben. Wer hat Hausaufgaben erfunden. Und wer hat erfunden, dass Eltern sie mit ihren Kindern machen sollten. Ich habe nie Pädagogik studiert. War anscheinend nie 10 Jahre alt – Altersdemenz – und weiss nicht mehr ein noch aus.



Ein Hoch auf die Lehrer

Geliebte Lehrer und Lehrerinnen dieser Welt. Danke dass es euch gibt. Und Danke das ihr mir angeboten habt, mein Kind zu euch zu schicken, damit man ihm erklärt wie es geht. Da ich masslos mit der Situation überfordert bin und wir haben noch 5 Jahre vor uns. Ich danke euch von Herzen dafür, dass es keinen Kurzschluss in meinem Hirn gibt und mein Kind ohne psychische Schäden meinerseits, weil ich cholerisch angehaucht, Schimpf und Schande zum Ausdruck bringe, weiter in tiefer Gelassenheit seinen Weg gehen kann. Mir hat mal jemand gesagt, dass die Hausaufgabenzeit, doch zumindest noch ein wenig qualitativ hochwertige Zeit ist, die man mit dem eigenen Kind verbringen kann. Ich sehe das etwas anders, aber das liegt sicher auch daran, dass ich manchmal leicht verzweifle, anstatt meinem Kind bei jedem Richtig auf die Schulter klopfen zu können.

Mal ganz ehrlich, so unter uns! Ich bin ja auch nicht super schlau geboren wordencund musste mir das meiste durch Erfahrung aneignen. Aber gibt es Kinder da draussen, die es sich so leicht machen mit Schule, dass ich als Elternteil das Gefühl habe, die Hausaufgabenzeit wäre eine hochqualitative Zeit?! Bin ich die Einzige in diesem Boot, die mit einem Kind gesegnet ist, dass auch Mut zur Lücke beweisen darf und ich natürlich von Gesellschaft genormter Form, auch. Gibt es noch normal durchschnittliche Kinder oder sind alles Hochbegabte. Oder liegt es einfach am Prototyp- Projekt, Kind Nummer 1, wo man sich noch voll die Platte macht und beim Zweiten schon extrem entspannt, das Kind darauf hinweist, dass man die Klasse auch wiederholen kann. Gott im Himmel! Warum hat mich niemand auf diese Tücken als Mama vorbereitet. Erst kein Schlaf und dann kein Schlaf!

Ich bin sehr gespannt auf eure Kommentare! Falls es überhaupt Meinungen dazu gibt.

Wie auch immer! Freue ich mich schon auf die nächste Hausaufgabenstunde voller Kissen im Schlepptau und einer Pulle Schnaps, um alles entspannter zu sehen– dass war ein Witz!

Liebe Mütter und Väter da draussen! Ihr seid nicht allein!

Es gibt hinter jeder Mauer ganz eigene Geschichten! In diesem Sinne, eure JC.



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Jana Casotti

Spitzackerstrasse 5

7310 Bad Ragaz

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Tel: 079 440 03 45

​jana.casotti@bluewin.ch

 

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