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  • Jana Casotti JC

Die neue Form vom HAPPY END

Der Herbst ist doch einfach eine super geile Zeit. Diese Farben. Dieses Rascheln, wenn man durch das Laub stapft. Goldene Momente sind sichtbar und fühlbar und man/ frau glaubt sich im Himmel auf Erden. Die Natur erscheint in ihrer schönsten Pracht. Sich dieser Präsenz hinzugeben, nährt den inneren Durst nach Schönheit und Vollkommenheit. Just beautiful!

Das Ende naht

Der Herbst kündigt uns eine Zeit des Loslassens an. Eine Zeit, in der der Baum das Blatt fallen lässt und sich innerlich auf Ruhe und auch eine Art sterbenlassen vorbereitet. Doch bevor dieser Wandel geschieht, werden noch einmal alle Kräfte mobilisiert. Es folgt eine neue Jahreszeit. Im Grunde besteht dieser Wandel jeden Tag aufs Neue, jedoch konnte ich erst heute die Schönheit des Loslassens so wirklich verstehen.

Das Ende wird meist als etwas sehr unangenehmes, wenn nicht sogar als Momente der Ohnmacht und des Kontrollverlustes wahrgenommen. Etwas neigt sich dem Ende zu, lässt uns innerlich in Panik ausbrechen, da wir der Natürlichkeit dieses Prozesses nicht wirklich bewusst sind.

Jemand oder etwas loslassen, kündigt sich nicht erst JETZT an. Nein! Es beginnt schon viel früher. Eine leise Stimme. Äussere Umstände. Situationen, die nicht mehr befriedigen. Unzufriedenheit, die ganz unterschwellig ihren Lauf nimmt. Etwas macht sich in einem breit, aber man möchte es nicht hören, nicht verstehen, nicht wahrnehmen. Etwas möchte losgelassen werden. Wir ignorieren es. Doch es passiert. Die Zeit ist reif eine Beziehung oder einen Job oder sogar das eigene Leben loszulassen. Im Grunde wissen wir es bereits, doch wir haben ungeheure Angst davor. Denn niemand kann uns darauf vorbereiten, was danach geschieht. Wir wissen es nicht. Und ohne Wissen überfällt uns eine gnadenlose Verlustangst. Niemand hat uns beigebracht zu Vertrauen. Nicht nur auf sich selbst, sondern auch auf das Leben. Niemand hat uns gesagt, mach dir keine Sorgen, alles wird gut. Du bist beschützt. Es ist wirklich alles gut. Die wenigsten von uns können in so einem Prozess fühlen, kein Problem, dann kommt halt was Neues.

Angst macht Angst

Wir fühlen, etwas stimmt nicht mehr mit dem Status Quo. Etwas möchte sich wandeln und verändern. Doch wir halten fest vor lauter Angst. Das muss man doch noch retten können. Es muss doch eine Möglichkeit geben, diesem Ende einen Schnitt durch die Rechnung zu machen. Und so beginnt man Gründe zu suchen und zu finden, was da wohl schiefläuft. Ist es der Ehemann oder die Ehefrau. Ist es der Arbeitgeber oder der Arbeitnehmer. Bin womöglich ich selbst SCHULD an dieser Situation?! Die Ratio beginnt zu kollabieren, das Denken hört gar nicht mehr auf und man reitet sich nur noch tiefer in die ganze, bereits zum Tode verurteilte Situation (wenn ich mich mal ganz endgültig ausdrücke).

Auf einmal gibt es Verantwortliche für diese Situation, irgendeiner hat irgendetwas falsch gemacht, der Andere kann es nicht gewesen sein. Oder man selbst glaubt im Recht und es muss einen Schuldigen geben für das ganze Dilemma, was hier gerade läuft.

Urvertrauen

Niemand kommt auf die Idee, dass es einfach Zeit ist, neue Wege zu gehen. Niemand kommt auf die Idee, die Zeit ist reif um neue Erfahrungen zu sammeln, Neues zu entdecken, ein neues Kapitel in seinem Leben aufzuschlagen. Alle sind sich sicher, da läuft was schief.

Nein! Da läuft nix schief! Der Herbst zeigt es uns. Die Zeit ist reif. Die Bäume lassen ihre Blätter fallen und hinterfragen keinen Moment, warum sie es tun. Es ist an der Zeit.

Menschen dürfen es gleich tun. Ist es Zeit loszulassen, dann erlaube es. Gib dich diesem Sterbeprozess hin, ganz im Kontakt mit dir. Fühle dich und alles was da sein möchte. Niemand ist daran schuld, dass du ein Kapitel in deinem Lebensbuch schliesst. Niemand trägt die Verantwortung dafür, dass eine Beziehung zum Partner oder zum Arbeitsplatz ein Ende findet. Im Grunde spüren es sogar beide Parteien, wären sie von Grund auf ehrlich miteinander. Beide hatten es längst gespürt, doch keiner wollte es wahrhaben. Beide Seiten waren bereits unzufrieden mit der Situation, fühlten sich nicht mehr glücklich und gingen bereits neue Wege. Natürlich jeder auf seine Art und Weise. Gäbe es keine Angst vor dem Neuen, wären wahrscheinlich längst Gespräche geführt worden, die diese Wahrheit ans Licht gebracht hätten. Doch keiner traute sich, klar und deutlich seinen Wunsch zu äussern, neue Wege zu gehen.

Würden wir alle unendlich ehrlich zu uns selbst und zu unserem Gegenüber sein, und im Nachhinein die Situation im Rückblick betrachten, würden wir alle sehen, wie erlösend dieser Schritt zu neuen Ufern gewesen ist. Da wir uns selbst und dem Anderen die Freiheit geschenkt haben, Neues zu erfahren, Neues zu erleben.

Happy End

Eine Beziehung zu beenden, (privat oder beruflich) die sich verändern möchte, da es an der Zeit ist, hat nichts mit Drama zu tun, sondern mit einem hohen Mass an Bewusstsein, für das was jetzt an der Zeit ist, sich wandeln zu wollen. In diesem Moment lässt man sich miteinander auf diesen Prozess des Sterbens ein und kämpft nicht mehr dagegen an. Zu Zweit den Weg des Abschiedes zu gehen ist leichter als allein dabei zu sein oder sich so zu fühlen. Miteinander ist das neue WIR! Nicht Gegeneinander.

Erlaubt ein Happy End auf ganzer Linie, auch wenn euch die Tränen kommen, ihr wütend seid darüber was geschieht, ihr Angst habt vor dem was kommt. Ihr begleitet euch, nur das zählt.

Du bist nicht allein.

In diesem Sinne eure JC


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Jana Casotti

Spitzackerstrasse 5

7310 Bad Ragaz

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Tel: 079 440 03 45

​jana.casotti@bluewin.ch

 

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